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„Das ist doch keine Lösung. Warum kommst du nicht einfach mit mir nach unten“, frage ich. „Da gibt’s erstmal was Starkes zu trinken und wir reden über alles.“ Wieder gehe ich einen Schritt auf ihn zu. „Bleiben Sie stehen“, sagt er ohne sich umzudrehen. Die Entschiedenheit seiner Worte lässt mich innehalten. „Verdammt“, fluche ich innerlich. „Nicht so schnell, nicht hinreißen lassen. Sonst reagiert er womöglich panisch und hüpft mir von der Kante.“ Immer noch schaut er nach unten, auf die graue Pflasterstraße mit den kleinen Beeten aus Stiefmütterchen am Fußweg. Es sind etwa 20 Meter von hier oben. Genug, selbst wenn er in einer der Blumenrabatten landet. „Warum sind Sie hier hoch gekommen?“, fragt er und dreht den Kopf, so dass ich sein Gesicht sehen kann. Ich kann nichts Auffälliges darin entdecken. Allein die fleischigen Wangen passen nicht zu den schmalen Lippen und der spitzen Nase. Gewirbelte, dunkelbraune Augenbrauen rahmen seine Stirn. „Ich habe Sie nicht gerufen. Ich möchte die letzten Minuten allein verbringen“, sagt er ohne den Blick von mir abzuwenden. „Ach jetzt kommt schon“, erwidere ich. „Unten wird man dir helfen. Bis jetzt hat das noch niemand bereut“. |
„Ich möchte keine Hilfe mehr. Ich habe mich entschieden“, sagt er und blickt zur Seite. Zwei Schwalben flattern dort aufgeregt umeinander herum. Er sieht ihnen nach, bis die Vögel unter einer Dachrinne am Nebenhaus verschwinden. „Da unten gibt’s erstmal einen Tee mit Schuss und dann reden wir über alles.“, sage ich noch einmal. „Komm schon.“ Wieder wendet er mir den Kopf zu und schaut mich an. Sein wirres Haar ist leicht grau, ein paar Strängen hängen über die Stirn. „Denk doch mal nach“, sage ich ihm und fingere nach der letzten Zigarette in meiner Schachtel. „Das Leben hat doch so viel zu bieten. Da ist für jeden etwas dabei. Auch für Dich.“ Er sieht mich noch einmal an und lächelt als habe er Mitleid. Unterdessen finde ich in meiner Manteltasche ein Feuerzeug und wiederhole überzeugt: „Da ist wirklich für jeden etwas dabei.“ Er wendet sich erneut ab und schaut nach unten. „Geschenkt“, höre ich ihn noch flüstern. Dann springt er. Robert
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